skip to Main Content

Trinkwasser Buchberg aus den Stadtforen Eglisau

Liebe Buchbergerinnen und Buchberger

In den letzten Tagen und Wochen wurde in den Medien berichtet, dass gesamtschweizerisch im Grundwasser der Grenzwert von womöglich krebserregenden Abbaustoffen des Pestizids Chlorothalonil überschritten wird.

Auch die Grundwassergewinnung in den Stadtforen, von welcher die Gemeinde Buchberg einen Teil ihres Trinkwassers bezieht, ist davon betroffen. Bei den aktuellsten Proben liegt der Gehalt an Chlorothalonil über dem seit diesem Sommer geltenden Höchstwert.

Dieser Stoff gehört nicht ins Grundwasser. Die Betreiber der Grundwassergewinnung Stadtforen haben alle vorsorgliche Sofortmassnahmen ergriffen. Das Grundwasser wird mit zusätzlichem Uferfiltratwasser des Rheins angereichert, um den Chlorothalonil-Anteil im Trinkwasser weiter zu verdünnen. Die Konsumentinnen und Konsumenten können auch nach Rücksprache mit den kantonalen Fachstellen das Wasser ohne Bedenken trinken. Das kantonale Labor führt regelmässig Proben der Wasserqualität durch.

 

Link: https://kl.zh.ch/internet/gesundheitsdirektion/klz/de/aktuell/mitteilungen/2019/chlorothalonil_metaboliten_im_trinkwasser.html

 

Was ist Chlorothalonil und woher kommt es ?

Der Wirkstoff Chlorothalonil (auch als Chlorthalonil bekannt) wird seit vielen Jahren in diversen Fungiziden (Mittel gegen Pilzkrankheiten beim Getreide-, Gemüse-, Wein-, und Zierpflanzenanbau) in Pflanzenschutzmitteln eingesetzt. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat den Wirkstoff in den 70er-Jahren zugelassen. Seither haben sich die Zulassungsbestimmungen geändert. Sie sind strenger geworden. Insbesondere bei der Bewertung der Abbauprodukte (Metaboliten) eines Wirkstoffes werden mehr Daten und Nachweise zur Unbedenklichkeit eingefordert.

Im Rahmen einer Neubeurteilung der Datenlage durch die Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) wurde festgestellt, dass für Abbauprodukte von Chlorothalonil wie z.B. Chlorothalonilsulfonsäure keine ausreichenden Daten vorliegen um deren Unbedenklichkeit zu belegen. Sie werden darum vorsorglich neu in der EU wie auch in der Schweiz als relevant eingestuft. Zum Schutz der menschlichen Gesundheit gelten dafür seit anfangs Juli 2019 strenge Höchstwerte.

Es handelt sich hierbei also um eine Vorsichtsmassnahme: Solange die Ungefährlichkeit dieser Stoffe nicht erwiesen ist, geht man davon aus, dass sie gefährlich sind. Diese Massnahme entspricht dem Vorsorgeprinzip, wie es im Lebensmittelgesetz verankert ist.

Da aufgrund der fehlenden Daten nicht bekannt ist, wie gefährlich der Stoff ist (wenn überhaupt), setzt man den Höchstwert so tief wie möglich an.

Darum liegt er für relevante Metaboliten bei 0.1 µg/l (0.0000001 g/l).

Der Wirkstoff Chlorothalonil baut sich gut ab, und wird im Grundwasser nicht nachgewiesen. Erste Messungen vom Abbauprodukt, d.h. vom Metabolit Chlorothalonilsulfonsäure im Rahmen des Nationalen Grundwasserüberwachungsprogramms NAQUA haben aber gezeigt, dass die Proben an einigen Messstellen Konzentrationen über dem für diesen Stoff neu geltenden Höchstwert für Trinkwasser aufweisen. Das trifft auch für die Grundwassergewinnung Stadtforen zu. Wir haben umgehend nach Bekanntwerden der Labordaten die Grundwasseranreicherung erhöht. Die Vermischung von Wasser unterschiedlicher Herkunft, um die Menge von unerwünschten Substanzen zu reduzieren, ist eine übliche Massnahme in der Wasserversorgung. Sie wird heute schon praktiziert, zum Beispiel zur Senkung der Nitratgehalte. Diese Vermischung ist in der Lebensmittelgesetzgebung für die Bereitstellung von gesundem Trinkwasser explizit zugelassen.

Die Konsumentinnen und Konsumenten können davon ausgehen, dass der Genuss von Trinkwasser bei uns unbedenklich ist und keine erhöhte Gefahr für die Gesundheit besteht.

Mit der konsequenten Umsetzung des Vorsorgeprinzips soll sichergestellt werden, dass das Trinkwasser auch weiterhin von sehr guter Qualität ist.

Kontaktperson Buchberg: Rolf Sieber Gemeindekanzlei 044 867 13 11

Freundliche Grüsse

Der Gemeinderat

Back To Top